Die Wiesn ist vorbei (heul, schnüff)! Siebzehn Tage Hippodrom sind für uns gestern zu Ende gegangen.
Es war mal wieder eine geniale Zeit voller schöner Momente, tollen Konzertabenden, vielen netten Gästen und Freunden die uns besucht haben, Promis die mit uns auf der Bühne gesungen oder dirigiert haben, Heiratsanträgen oder feierwütigen Russen, denen wir ein "Kalinka"-Ständchen zum Besten gegeben haben.
Was wirklich nochmal betont werden muss, ist das sensationelle Wetter, das uns während der Wiesn begleitet hat. Besser kann eine Wiesn aus meteorologischer Sicht nicht sein! Danke Petrus, Du bist ein echter Hund!
Auch unserem Wirt Sepp Krätz hat die Wiesn offensichtlich großen Spaß gemacht, denn er liess es sich gestern nicht nehmen, auf unserer Bühne per Mikrofon allen persönlich allen zu danken.
Und so geht eine fantastische Wiesn zu Ende und wir freuen uns schon wieder auf das nächste Jahr, wenn es wieder heisst: "O'zapft is"!
Das war's dann auch erst mal wieder mit unserem Wiesntagebuch! Pfiad eich, gute Erholung von der Wiesn und von unserem Tagebuch wünschen Anderl und Mark! :-))
....na dann Prost und Mahlzeit....!
Und so freuen wir uns schon auf den heutigen Wiesn-Gottesdienst mit Pfarrer Heinzi und Flo an der Orgel!
Eine weitere Hochrechnung ist die Folgende: Nehmen wir mal ein Zelt mit 4,500 Besuchern. Bei einem Prosit trinken im Schnitt 3500 Menschen. Jeder trinkt beim Prosit durchschnittlich 0,15 Liter. Das ganze ergibt dann bei 3500 Menschen 525 Liter. Ergibt somit am Abend nur durch das Prosit 9975 Liter Bier…
Die nächste Hochrechnung wäre dann die Zeit: Ein Prosit dauert so ziemlich genau 20 Sekunden. Also spielen wir am Abend 6,33 Minuten lang das Prosit. Ergibt in 15 Jahren 1520 Minuten lang „Ein Prosit“! Achtung, holla die Waldfee: in 15 Jahren Wiesn spielten wir also schon 25,33 Stunden diese Hymne!!!
Komponiert wurde dieses Weltwerk allerdings nicht von einem Bayern sondern – hört hört – von einem Ossi! Der Chemnitzer Komponist Bernhard Dietrich hat es Ende des 19. Jahrhunderts verfasst, ohne dass es eigentlich speziell für die Wiesn gedacht worden wäre. Doch 1912 hat es auch beim Münchner Oktoberfest Einzug gehalten und ist seither nicht mehr von dort wegzudenken.
Zum Schluss noch was für die Musikerpolizei: Ein Prosit hat 8 Takte im 4/4 Takt, umfasst 1 Oktave an Tönen und hat insgesamt 23 fortlaufende Töne und 12 Wörter!
Na dann Prost!
Wir sind nun auch am überlegen, unsere Namen anzugleichen. Folgende Vorschläge stehen zur Auswahl:
Meine Güte, was hat sie nicht alles schon erlebt! Seit fünfzehn Jahren nun gehen wir durch sie hinein und hinaus, tagtäglich. Unzählige Künstler, Promis und solche die es gerne wären haben diese Türe schon durchschritten, auch unsere tägliche Brotzeitplatte bahn sich jedesmal ihren Weg durch diesen Eingang, sensationell!
Wir haben mal nachgerechnet: Am Tag wird die Klinke von 6 Bandmitgliedern plus Flo betätigt. Es gibt vier Pausen (also rein und raus). Und dies an siebzehn Tagen!
Heisst also in fünzehn Jahren: 7x 8x 17x 15 = 14.280 mal alleine für's Getränke holen, wow! Dazu kommen wie gesagt Promis, Fotografen, Kamerateams, unser Wirt, die Linda, Dirigenten, Leute mit Heiratsanträgen und und und...
Die Türklinke der Türe ist aus echtem Platin und deswegen auch der Name: Die Platinische Tür! Wir haben seither eine echte platinische Liebe entwickelt zu diesem edlen und bedeutsamen Stück Holz! Und deswegen kümmern wir uns auch rührend um sie. Jedes Jahr wird nach der Wiesn die Tür abmontiert und findet einen Platz in einem riesigen Tresor in unserem Redaktionsbüro. Hier wird sie in eine Hippodrom-Tischdecke eingewickelt und eine Maß Bier daneben gestellt, denn Holz sollte ja nicht zu trocken gelagert werden. Ein bisserl Feuchtigkeit kann ja nie schaden. Insofern sind Vergleiche unserer Wiesntür mit einer Frau durchaus zulässig! Bevor wir jetzt aber Ärger bekommen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Wiesn, beenden wir dieses heutige Tagebuch und laufen schon mal so langsam wieder Richtung Bühnentür...
Das Wiesntagebuch – Begehrte Pflichtlektüre in aller Welt!
Vier Jahre ist es nun her, seit wir begonnen haben unsere täglichen Erlebnisse im Hippodrom in ein Wiesntagebuch zu schreiben. Was anfangs nur Anderl’s Oma und Mark’s Katze interessiert hat ist mittlerweile ein absoluter Millionenseller in aller Welt geworden. Wir wollen Euch heute daher mal zeigen, welche Bedeutung das Wiesntagebuch mittlerweile hat:
Die Medien kennen derzeit nur noch ein Thema: DAS WIESNTAGEBUCH!
Das ZDF hat sogar kurzfristig eine Sondersendung anberaumt, und ein
dreistündiges Interview mit uns auf der Hippodrom-Bühne geführt, wow!
Die tägliche Arbeit für unser Wiesntagebuch können wir natürlich schon lange
nicht mehr alleine ausführen und haben daher ein achtköpfiges Redaktionsteam
angestellt, welches im Dreischicht-System Interviews, Recherchen und Analysen
auswertet, die dann in unser Tagebuch aufgenommen werden.
Das Tagebuch gibt es mittlerweile auch als Zeitung in aller Welt. Die Auflage
ist mittlerweile bei ca. 8 Millionen. Wir mussten uns dafür extra eine große
Druckerei mit riesigen Druckmaschinen kaufen. Denn wie ihr seht, wird unsere
Zeitung sogar selbst im hintersten China mit größter Begeisterung gelesen und
es bilden sich morgens riesige Schlangen vor den Zeitungs-Kiosken!
Wir freuen uns auf weitere Jahre Wiesntagebuch, die angepeilte Auflage nächstes Jahr: 50 Millionen – Prost!
In der MZ-Familie hat es ja, wie ihr wisst, Anfang dieses Jahres Nachwuchs gegeben. Für unseren Gerry ist es heuer die erste Wiesn. Höchste Zeit also für ein Interview um mal zu hören wie es dem Mann bisher so erging!
A+M: Wie geht’s Dir Gerry?
G: I fühl mi absolut großartig, weil i zum 1. Mal auf dem geilsten und größten
Fest der Welt spiele. Besser geht‘s einfach nicht. Es ist so toll, dass alle so
guat drauf sind und wir den Leuten für ein paar Stunden a tolle Zeit schenken
dürfen. Außerdem hat das Hippodrom einfach a ganz spezielles Flair.
Was i scho a bisserl schad find is, dass um halb elf Sperrstund is – denn da
bin i dann erst so richtig aufgetaut. Im Moment geht’s mir no richtig guat und
i hoff natürlich, dass i gesund bleib und die Stimme durchhält.
A+M: Wie sieht denn so
Dein Tag außerhalb der Wiesn aus?
G: Morgens muss i erst mal bis halb zehn
schlafen, dann ist es ganz wichtig das ich einen ordentlichen Kaffee trinke und
a Runde laufen gehe. Anschließend habe ich dann Kinderstunde mit meinem kleinen
Mauserl (Anm. d. Red.: Mariella, Gerry’s 6 Monate alte Tochter). Dann steht
noch Schlafen, Duschen, Anziehen auf dem Programm und schon geht’s wieder los.
A+M: Was ist denn Dein
persönliches highlight auf der Wiesn?
G: Auf was i mi am meisten freu den ganzen Tag is die sensationelle
Brotzeitplatte, die um halb sieben immer
auf unserer Bühne steht – denn die is der Hammer! Und natürlich wenn wir zum
Schluss das „Bergwerk“ vom Fendrich spiele, da ist Gänsehaut pur angesagt.
Achja, eins hab i no ganz vergessen, das Größte auf der ganzen Wiesn is
natürlich das tägliche Wiesntagebuch, das is so toll, witzig, schön geschrieben
(seufz),voller Ideen, historisch wertvoll, einzigartig, ja (schnüff) es ist
einfach…
Leider mussten wir an dieser Stelle das Interview abbrechen, da Gerry aus
lauter Freude zu Weinen begonnen hatte…aber Künstler sind nun mal emotionale
Menschen und so schließen wir das heutige Kapitel und freuen uns auf einen
weiteren gemeinsamen Abend auf der Wiesn mit unserem Gerry („Tschärri“).
Der aufmerksame Wiesnzuschauer im Hippodrom weiß es längst: eines der wichtigsten Utensilien auf unserer Bühne ist zweifelsohne das Waschbrett!
Es steht nicht zuletzt bei Gassenhauern wie „Icecream“, „Sentimental Journey“ oder „Sweet Georgia Brown“ voll im Mittelpunkt und ist bei der MZ absolut nicht mehr wegzudenken!
Wer aber glaubt, dass Waschbrett wäre nur auf der Bühne im
Einsatz, täuscht sich mal wieder! Daher wollen wir Euch heute mal den üblichen
Tagesablauf unseres lieben Waschbretts schildern. Zuerst aber noch ein kleiner
geschichtlicher Exkurs:
Das Waschbrett (auch Wäscheruffel)
ist ein Hilfsmittel zum Waschen von Kleidungsstücken bei der Handwäsche. Besonders vor der
Erfindung der Waschmaschine war es sehr verbreitet und es wird noch immer in Regionen
benutzt, in denen die Waschmaschine nicht weit verbreitet ist, wie zum Beispiel
in Indien, Afrika oder Niederbayern.
In der
Musik wird das Waschbrett als Rhythmusinstrument eingesetzt. Dabei hängt sich
der Spieler das Brett vor die Brust und schlägt bzw. reibt mit Sticks,
Jazz-Besen oder mit der Hand. Beim Spielen mit der Hand werden oft Fingerhüte über die
einzelnen Finger gezogen.
Bei der MZ findet das Waschbrett
während der Wiesn mehrfache Verwendung: Zum Einen dient es unserem Flo als
Hilfsmittel zur täglichen Wäsche der gesamten MZ-Kleidung, die wir ihm immer
vor seine Hotelzimmertüre werfen. Abends wird das Waschbrett dann zum
eigentlichen Star auf unserer Bühne und brilliert bei oben genannten Songs.
Danach hat sich das Waschbrett erst mal eine Pause verdient und darf sich neben
besoffenen Wiesn-Touristen auf der Wiese hinter dem Hippodrom ein Nickerchen
gönnen. Tja und am nächsten Morgen dient es schließlich Anderl als
Frühstücks-Tisch de Luxe und erntet ziemlich neidische Blicke der anderen
Hotelgäste.
Es ist schon saucool unser Waschbrett – der neue Star der
MZ!
Wer meint, unser Techniker Flo (neuerdings auch „Floe“ genannt) würde auf der Wiesn lediglich die Regler am Mischpult hoch und runter schieben, der irrt gewaltig!
Besuchern unseres hochexklusiven Wiesntagebuchs wollen wir daher nun einen einzigartigen Einblick gewähren in den Tagesablauf dieses jungen Mannes mit dem kurzen Namen.
Während wir alle entspannt beim Frühstück sitzen heißt es ab
sieben Uhr morgens für unseren Flo „Bügeln, Bügeln, Bügeln“. Die gesamte
Kleidung der Zwietracht muss bis zum Nachmittag komplett faltenfrei gebügelt
sein und mit der Duftnote „Atlantic Ocean De Luxe“ versehen sein, sonst weigert
sich die Band, die Bühne zu betreten.
Am frühen Nachmittag steht dann für Flo auf dem Programm:
„Putzen, Polieren und Wichsen“. Die Schuhe aller MZ-ler müssen einwandfrei tip
top auf Hochglanz gebracht werden, so gut, dass man den Schuh notfalls auch als
Spiegel verwenden könnte (unser Heinzi kämmt sich z.B. meistens die Haare
während er sich einen Schuh vor’s Gesicht hält)!
Wer meint, Flo hätte abends im Zelt kreative Freiheit bei der Klanggestaltung, der täuscht sich! Jeden Abend gibt es eine intensive Einweisung durch Mark. Mit seinem Drumstick zeigt er jede Reglerposition an – Abweichungen werden nicht geduldet, denn bei uns herrscht eiserne Disziplin und höchster Qualitätsanspruch, jawohl!
Da es auf der Bühne keine Stühle oder Sofas gibt, wird Flo auch als Sitzgelegenheit verwendet. Das gefällt ihm nicht und er schaut dann immer ein bisserl grimmig daher, aber in diesem harten Musikbusiness kann man sich eben nicht immer nur Freunde machen.
Trotzdem haben wir ihn natürlich furchtbar lieb, unseren Flo, krempeln jetzt Flo zu Ehren unsere Kragen hoch und genehmigen uns eine frische, monster-leckere Maß!
Gestern mal wieder Besuch auf unserer Bühne von unseren Kumpels aus dem Boxring. Nikolaj Valuev, das Alien des Boxsports, und früherer Schwergewichts-Weltmeister gab sich die Ehre und brachte noch seine Kumpanen Caecilia Braekhus (Weltmeisterin Weltergewicht), Marco Huck (Weltmeister Cruisergewicht) sowie Dominik Britsch (Interconti Champion Mittelgewicht) mit.
Wir wollten erst zu Ehren Nikolaj Valuev „Du hast die Haare schön“ spielen, entschieden uns dann aber doch noch kurzfristig für den Zillertaler Hochzeitsmarsch. Die Dirigentenstäbe unserer Boxfreunde wirbelten wild durch die Luft und das Zelt tobte wie blöd.
Unbestätigten Gerüchten zu Folge soll Nikolaj anschließend noch aus Versehen einen Schlagzeug-stock verschlungen haben, er hielt ihn fälschlicherweise für eine Salzstange…
3. Tag - 19.09.2011 Der, die, das Maß – die Bayerische Einheit des Bieres
Es beginnt schon bei der korrekten Bezeichnung des Gefäßes…der der bayerischen Sprache nicht mächtige Wiesnbesucher bestellt gerne mal „einen Maß Bier bitte“ und spricht dabei das „s“ so lange aus als wären es gleich sieben Buchstaben davon in Folge.
Hier tut Aufklärung dringend Not finden wir und wollen Euch heute deshalb eine
kleine Maß-Lektion erteilen!
„Bier soll man in Maßen genießen“ heißt es so schön und damit wären wir auch
gleich bei der richtigen Mehrzahl des Gefäßes: eine Maß, zwei Maß, drei Maß
usw.! Für den Hannoveraner oder Castrop-Rauxler sicherlich ungewohnt, aber so
heißt nun mal das Getränk, dessen korrekte Füllmenge eigentlich 1,069 Liter wäre
(die sogenannte „Maßkanne“ war eine im 19. Jh. europaweit anerkannte
Messeinheit).
Eine Maß Bier trinkt man entweder im Glas oder in
einem Tonkrug mit Zinndeckel, damit das Bier länger kühl und frisch bleibt. Auf
der Wiesn kommt aber heutzutage die Glasvariante zum Einsatz.
Achja eins noch: 1950 lag die Maß Bier noch bei 1,70 DM…heuer werden satte €9,20
fällig…trotzdem musste umgerechnet ein Arbeiter im Durchschnitt damals etwa
82min arbeiten, heute nur noch etwa 44min. Also ein Riesen-Fortschritt, die Maß
gibt’s also heutzutage fast geschenkt – da sagen wir
Prost und genehmigen uns gleich noch eine frische Maß!
2. Tag – 18.09.2011 Große Feuerwehrübung – Anderl und Mark absolvieren hartes Sicherheitstraining!
Ja da staunt ihr mal wieder! Sicherheit geht bekanntlich vor
auf der Wiesn - und so ließen wir uns nicht lumpen und absolvierten
gestern eine Feuerwehrübung direkt neben der Theresienwiese.
Geübt wurde: Brennende Autos löschen!
Als erstes Übungsfahrzeug kam ein Honda CIVIC zum Einsatz, der direkt neben der
Theresienwiese stand. Nun ja, Honda deswegen, weil ja noch eine offene Rechnung
zu begleichen war mit den Japanern seit der schlimmen Niederlage unserer
WM-Frauen.
Die vorbeilaufenden Passanten waren total begeistert von dem Spektakel und
applaudierten uns beiden tapferen Feuerwehr-Novizen, es gab standing-ovations,
Blumensträuße wurden überreicht usw... Ein Ehepaar aus Bad Salzuflen war sogar
derart angetan, dass Sie uns spontan ihren roten
VW Bus für eine zweite Übung lieh.
Dafür gibt’s heute auch eine Einladung für eine Maß Bier und eine kleine Breze
im Hippodrom! Na wenn das mal nichts ist!!! J
Juhuuuuu, hier sind wir wieder, Eure Wiesnreporter Anderl und Mark! 17 Tage lang berichten wir Euch von unseren unfassbaren Erlebnissen und dem absolut Wichtigsten was es von der Wiesn zu wissen gibt.
Anderl's und Mark's Wiesntagebuch - das Original!
1. Tag - 17.09.2011 Der Anstich
Punkt 12Uhr war mal wieder Start der großen Sause! Unser Wirt Sepp Krätz betrat das wunderbare Hippodrom-Zelt und 4000 begeisterte, wiesnhungrige Gäste erhoben sich, um zum "Bayerischen Defiliermarsch" der Münchner Zwietracht den Festwirt ins Zelt einmarschieren zu lassen.
Bei bestem Wiesnwetter (München, Sonne, 24 Grad, die Frisur hält) hiess es also wieder "O'zapft is!" in allen Zelten und wir freuen uns sackrisch über 17 Tage Wiesnparty vom Allerfeinsten!
So, jetzt trinken wir aber erst mal unsere erste leckere Spaten-Wiesnmaß und spülen damit unser erstes knuspriges Wiesn-Hendl runter, lecker lecker lecker!
